14. Engelskirchener Kunststoff-Technologie-Tag mit über 300 Fachteilnehmern ausgebucht
Kompetente Impulse aus der Praxis für die Praxis
Zum 14. mal in Folge hat Barlog Plastics (Engelskirchen) die Kunststoffbranche am 25.6. zum Technologie-Tag eingeladen. Die als Tagungsort gewählte neue Lang Academy in der Nachbargemeinde Lindlar, die dem permanent gestiegenen Interesse an diesem Informations- und Kommunikationsforum gerecht werden sollte, war bereits diesmal bis zum Anschlag ausgelastet. Die ausgewiesenen 43 Standplätze für Aussteller waren bereits im Februar ausgebucht und erfreuten sich einer langen Warteliste. Spannend, aus Sicht des Veranstalters, gestaltete sich auch diesmal die Anmeldung der Tagungsgäste. „ Im Vorjahr waren es die krisenbedingten Budgetbeschränkungen der Unternehmen, die zunächst die Anmeldungen bremsten und dann in einer Anmeldeflut kurz vor Tagungsbeginn mündeten. Diesmal hörten wir immer wieder gleichlautend: wir haben so viel zu tun, ich weiß nicht ob ich es schaffe, mich frei zu strampeln. - Aber wir haben uns nicht beirren lassen!“ so der Veranstalter Werner Barlog, geschäftsführender Gesellschafter der Barlog Plastics GmbH und seiner Dienstleistungsgesellschaft BaHsys GmbH & Co. KG „und zuletzt war es dann nicht einmal möglich, alle Anmeldungen zu bestätigen“.
Wissenstransfer aus der Praxis für die Praxis, der Dialog sowie die vielfältige Möglichkeit für die Entwicklung von Kooperationen stehen bei dieser jährlich neu aufgelegten Veranstaltung im Vordergrund. Der hinter diesem Konzept stehende Anspruch des Veranstalters verlangt nach eigenen Angaben Fingerspitzengefühl bei der Definition des Tagungsmottos, bei der Auswahl der Referenten und ein hohes Maß an Geduld; denn, so der Veranstalter: „tragfähige Kooperationen basieren auf der Bereitschaft aller Beteiligten, sich zu öffnen – und das braucht bekanntlich viel Zeit“.
Leitthema des 14. EKTT: Visionen, Strategien, Aufbruch zu Kultur und Strukturwandel.
Den Einstieg in den Informationsreigen aus der Praxis, gleichzeitig verbunden mit dem Aufruf, nicht auf das Verwalten von Markterfolgen zu setzen, sondern kontinuierliche Innovationsprozesse anzustoßen, lieferte eindrucksvoll Alfred A. Bulitz, Geschäftsführer der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, Radevormwald. „Langfristige Veränderungen analysieren, Visionen daraus nicht nur ableiten, sondern beharrlich verfolgen und zur rechten Zeit in Taten umsetzen“, so der Appell von Bulitz. Warum ein führender Hersteller von Komponenten für die Gebäudetechnik, inklusive seiner Klassiker wie Lichtschalter und Steckdosen nun das Geschäftsfeld Medizintechnik incl. Reinraumtechnik auf- und ausbaut, erzeugte bei vielen Teilnehmern Ver- und Bewunderung. Wie Gira mit neuen Lösungen rechtzeitig auf Marktveränderungen reagiert und neue Kunden und Märkte erschließt, war spannend und für jeden nachvollziehbar dargelegt. Die Kritik vieler Zuhörer an den Veranstalter: Warum gaben Sie Herrn Bulitz nur 30 Minuten Vortragszeit? Also: deutlich Lust auf mehr!
Mit gleichem Selbstbewusstsein ging Peter Oentrich, Geschäftsführer der Lüttgens Kunststoff-Technik (Dietrich Lüttgens GmbH & Co. KG, Heiligenhaus) in die Informationsoffensive. Seine Botschaft lautet, dass die Kombination von verschiedenen Materialien Bauteile und Baugruppen ermöglicht, die kleiner leichter, materialsparender und somit wirtschaftlicher sind und die darüber hinaus mehrere und neue Funktionen in sich vereinen. Dass das Publikum sich mehrheitlich aus Branchenkollegen, sprich Wettbewerbern zusammensetzte, ist für Oentrich kein Grund zur Zurückhaltung bei der Beschreibung seiner Geschäftserfolge in der Hybridtechnik. Auch dieser Visionär ist davon überzeugt, dass das Ingenieurwissen und das hohe Maß an Kreativität in unserem Land und die daraus abzuleitende Reaktionsfähigkeit auf die vielfältigen Marktveränderungen, sowie auf den globalen Wettbewerb im me too Bereich, mehr bietet, als ruinöser Wettbewerb untereinander.
Mit der Verleihung des inzwischen 5. Awards für intelligenten Metallersatz, wird dieses EKTT Veranstaltungshighlight zur festen Institution, die inzwischen mit Spannung von den Tagungsteilnehmern erwartet wird. Dem Sieger 2009, Brita Professional GmbH, Taunusstein wurde die Ehrenurkunde, der Pokal und die obligatorischen „Schweißtücher“ für das Entwicklungsteam durch Peter Barlog, Geschäftsführer Technik von Barlog Plastics überreicht. „80% Kostensenkung durch intelligente Lösungen und die Verwendung von Grivory PPA wurden im zurückliegenden Geschäftsjahr mit keinem anderen Projekt im vergleichbaren Umfang und vergleichbarer Tiefe erreicht“, so Peter Barlog. Mit zum erfolgreichen Entwicklerteam gehörte hier Barlog`s Netzwerkpartner Konstruktionsbüro Hein GmbH, (Neustadt b. Hannover).
Jochen Zöller, Senior Entwickler von Brita, nahm die Auszeichnung entgegen und bedankte sich mit einer ausführlichen Projektdarstellung beim Veranstalter und beim Publikum.
Anwendung: Spülventil der Brita Purity Professionalfilteranlagen.
Diese Geräte kommen zum Beispiel bei Kaffee–Großautomaten, in Bäckereien und bei vielen anderen Trinkwassergroßverbrauchern zum Einsatz. Sicherheit in jeder Beziehung steht hier an oberster Stelle im Pflichtenheft. Die bewährte Lösung: eine Baugruppe bestehend aus 13 Einzelteilen, die Herzstücke aus versilbertem / vernickeltem Messing, gefügt und verschraubt in aufwändiger Montage. Das Ergebnis der Entwicklung, die inzwischen im Markt eingeführt ist: Reduktion der Einzelteile durch Funktionsintegration ( nur noch 6 Einzelteile), Messingersatz durch für Trinkwasseranwendungen zugelassenes Grivory PPA und vereinfachte Montage durch selbstsichernde Schnappverbindungstechnik. Unterm Strich: 80 % Kosteneinsparung.
Unter der Überschrift, Optimale Produktrealisierung – Erfolg mit System, erläuterte Daniel de Beer, von BaHsys, dem Dienstleistungsunternehmen von Barlog, welche Werkzeuge hier in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen genutzt werden können. Als Alleinstellungsmerkmal wird hier herausgestellt, dass alle Bereiche wie z.B. Konstruktion und Simulationstechniken, Analytik, Werkstoffentwicklung, Gebrauchstauglichkeitsbeurteilungen und das Rapid Tooling aus dem eignen Formenbau und Spritzgusstechnikum untereinander vernetzt sind und deshalb die kunststoffgerechte Herangehensweise durchgängig sichergestellt ist. Ob die später zur Anwendung kommenden Werkstoffe das Liefersortiment von Barlog plastics tangieren oder nicht, ist laut de Beer für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen unerheblich. „Da BaHsys unabhängig operiert“, so de Beer, „zählt nur die für den Kunden beste Lösung; von der Umsetzung einer Artikelidee, bis zum Know How-Transfer in die Serienproduktion“.
Einen breiten Raum nahm in der Synchronveranstaltung in 3 Tagungsräumen der Bereich Werkzeugtechnik ein. 8 der 19 Fachreferate boten aktuelle Informationen allein aus diesem Fachbereich: Konstruktionsbüro Hein mit IsoWe dem isolierten Formeinsatzkonzept, LBC –konturnahe Temperierung durch Lasergenerierte Formeinsätze, PSG –Präzisionsnadelverschluss, IKFF -Anwendungsgebiete der induktiven Erwärmung; Wittmann Battenfeld –Variothermes Heizen und Kühlen mit Flüssigtemperierung, Inco –Formfüllung in Kaskade, Novoplan –wirtschaftliche Spritzgießfertigung durch Funktionsschichten. Synventive eröffnete diesen Reigen und versprach nachhaltige Steigerungen der Produktivität durch Familienwerkzeuge in Fertigungszellen.
Werkstoffinformationen wurden von Ems Grivory präsentiert. Georg Stöppelmann (F+E) erläuterte den Themenkreis Greenline – die neuen Biopolyamide als Trendsetter. Michael Pabst (AWT) verzichtete bei der Präsentation der amorphen Polyamide Grilamid TR auf viel Theorie und beeindruckte dafür mit über 40 Anwendungsbeispielen, die allesamt deutlich machten, dass aus dieser Produktefamilie sicher keine Billigprodukte hergestellt werden, aber die Werkstoffe durchaus ihren Preis wert sind.
Oni veröffentlichte anhand von Projektbeispielen die Effizienz und die Nachhaltigkeit realisierter Energieeinsparkonzepte. Peter Barlog, bei Barlog Plastics verantwortlich für Marketing und Vertrieb von Klimakonditionieranlagen für Polyamidbauteile, provozierte seine Zuhörer mit der Eingangsfrage:
„Essen Sie Nudeln roh, nur weil ein Herd so teuer ist?“ Die Präsentation der Ergebnisse aus der Barlog / Oni Kooperation in diesem Geschäftsbereich weist 15% Kapazitätssteigerung der Anlagentechnik auf. Die jährlichen Wartungskosten wurden über 5000,- € gesenkt. Als besonderes Highlight werden das gleichzeitige Senken des Wasserverbrauchs (-10%) und des Verbrauchs an Strom (-40%) versprochen.
Ejot appellierte, statt Auslegung nach Gefühl, Verbindungselemente zu berechnen und veranschaulichte die Leistungsfähigkeit von Schraubverbindungen bei der Direktverschraubung in Kunststoffen. BGS BetaGamma Service aktualisierte das Fachpublikum über Möglichkeiten, die das Strahlenvernetzen von Polyamiden unter besonderer Berücksichtigung tribologischer Eigenschaften bietet. Dass das Thema 2K Spritzgießen mit Kautschuk an Thermoplastelementen ohne Haftvermittler für viele Teilnehmer von großem Interesse ist, sieht der Veranstalter in der hohen Teilnehmerzahl zu vorgerückter Stunde beim Referat von Torsten Thust vom DIK (Deutsches Institut für Kautschuktechnologie, Hannover) bestätigt. Der Hinweis auf erste Zwischenergebnisse aus einer Auftragsforschung für Barlog Plastics veranlasste einige Teilnehmer im Nachgang zu intensivem Fachsimpeln am Informationsstand. Man kann gespannt sein auf weitere Details zur Jahreswende.
Barlog hat sich vorgenommen, das Forum auch für Newcomer als Plattform zu öffnen. Es ist geplant, bei jedem Technologietag eine(n) Student(in)en für die Präsentation von Informationen aus Fachhochschul-Arbeiten zuzulassen, die gegebenenfalls mit Unterstützung durch Barlog entstanden sind. Starten konnte an diesem Tag Eric Köhler von der Dualen Hochschule Baden Württemberg zum Thema: Biopolymere – technischer Werkstoff der Zukunft? Der Versuch einer Beantwortung der Fragen:
- Wo zeigt sich das Potenzial von Biopolymeren das genutzt werden sollte?
- Welche Beschränkungen bestehen aktuell?
- Welche Bedeutung können Biopolymere zukünftig erreichen?
gründete auf einer Recherche des Referenten, der nach eignen Angaben zum ersten Mal die Gelegenheit hatte, eine Tagung dieser Art aktiv mit zu gestalten und Potenzial für Gesprächsstoff beizusteuern.
Neben den vortragenden Firmen sorgten die übrigen 24 Aussteller an Ihren Ständen für Gesprächsstoff bis in den späten Nachmittag. Der Freiraum für Gesprächszirkel im Außengelände des Tagungszentrums wurde nicht nur wegen des sonnigen Junitages lebhaft genutzt. Profiteur dieser Situation war Billion Kunststofftechnik mit der Road Show Präsentation seiner vollelektrischen Spritzgießmaschine auf dem Parkgelände.
Informationen zu den Programminhalten und Ausstellerthemen sind nachzulesen auf www.barlogplastics.de . Hier finden Sie auch eine Verlinkung mit den Homepages aller aktiv beteiligten Firmen und Institutionen dieser Veranstaltung, sowie einige Schnappschüsse, die während der Veranstaltung entstanden sind. Der 15. Engelskirchener Kunststoff-Technologie-Tag ist wegen der Feiertagssituation im Juni für den 1. Juli 2011 in Planung. Verbindliche Anmeldungen für Referate und für die Ausstellung liegen laut Veranstalter bereits vor.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
und Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Pressemeldungen:
Plasticker - http://plasticker.de/news/shownews.php?nr=11339
kunststoffland NRW e.V. - http://www.kunststoffland-nrw.de/index.php?id=34&oid=1608
K-Zeitung - http://www.k-zeitung.de/home/branche/news-detail/news/6/1278489900know-how-aus-der-praxis-fr-die-praxis/
Kunststoff Initiative Oberberg
KIO e.V.
Moltkestraße 34
D-51643 Gummersbach
Tel.: +49 (0)2261 88 68 06
Fax: +49 (0)2261 88 97 26 806
holberg@kio-oberberg.de
Mitglied im:

![]()
Steuerschock für energieintensive Firmen
Die Bundesregierung greift beim Abbau der Subventionen bei der Ökosteuer noch härter durch als erwartet. Unternehmen mit einem hohen Stromverbrauch müssen ab 2011 einen wesentlich höheren Anteil der Stromsteuer tragen.

